Was ist das, ein “Bürgerbus”?

Was ist das, ein “Bürgerbus”?

Einfach gesagt ist der Bürgerbus ein Bus, in dem die Fahrer und Fahrerinnen ehrenamtlich die innerörtliche Beförderung von Fahrgästen übernehmen – Bürger fahren für Bürger.

Der ehrenamtliche Einsatz erspart die üblicherweise anfallenden Lohnkosten und ermöglicht so den Betrieb dieses Personenbeförderungsangebots, das sich ohne diese Einsparung wirtschaftlich nicht rentabel betreiben ließe.

Bei den eingesetzten Bussen handelt es sich in den meisten Fällen - so auch bei uns in Bad Krozingen -
um barrierefreie Niederflur-Kleinbusse mit bis zu acht Fahrgastsitzen. Diese Busse können mit dem normalen PKW-Führerschein (Kl. B/C1) gefahren werden. Zudem sind solch kleine Busse recht wendig und auch da einsetzbar, wo große Busse nicht verkehren können.

Alle Fahrer des Bürgerbusses verrichten ihre Tätigkeit als Busfahrer gern. Das erfahren die Fahrgäste durch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, die ihnen von unserer Seite entgegengebracht wird.
Andererseits freut sich jeder Fahrer über das von so vielen unserer Fahrgäste beim Aussteigen ausgesprochene „Dankeschön!“.

Auch wenn die Fahrer ehrenamtlich ihren Dienst versehen, so verursacht der Betrieb eines Bürgerbusses doch Kosten wie Treibstoff, Fahrzeugwartung und –reparaturen, Versicherung, und Kfz-Steuern. Daher ist für die Mitnahme im Bürgerbus ein gültiger Fahrausweis nötig. Diesen kann man direkt zum Fahrtantritt beim Busfahrer kaufen. Er kostet derzeit 1,40 € und gilt für eine Fahrt.

Wer eine Regio-Monatskarte des RVF oder ein Baden-Württemberg-Ticket vorweisen kann, braucht keinen Einzelfahrschein zu lösen. Dies gilt auch für jeden Fahrschein der DB mit Zielbahnhof Bad Krozingen, ebenso für den Ausweis für Schwerbehinderte und für die Konuskarte der Schwarzwald-Tourismus-GmbH, wie auch für Punkte- und Mehrfahrtenkarten des RVF, die in den Bussen entwertet werden können.

Die Fahrer der Bürgerbusse achten darauf, dass die Fahrt im Bus so angenehm wie möglich verläuft. Daher sind sie immer um eine ruhige Fahrweise bemüht, ohne jedoch die Zeiten des Fahrplans aus den Augen zu verlieren.
Aber auch die Fahrgäste können zu einer angenehmen Fahrt beitragen. Dazu sollte sie nur einige wenige Punkte beachten:

  • Das Geld für den Kauf eines Einzelfahrscheins beim Einsteigen bereithalten, am besten passend abgezählt oder möglichst wenig Rückgeld erfordernd
  • Regio-Karte, Fahrschein der DB, Konuskarte oder Behindertenausweis beim Einsteigen bereithalten und für den Fahrer gut sichtbar vorzeigen
  • möglichst rasch einen der Sitzplätze einnehmen, wenn keiner mehr frei ist sich umgehend durch Festhalten an den Haltestangen und sicherem Stand in eine Stehplatzposition bringen
  • sich gegenseitig helfen, wenn dies erforderlich wird
  • Haltewunsch für den jeweils nächsten Haltepunkt rechtzeitig durch Drücken des roten Haltewunschknopfes an den Haltstangen anzeigen

Wenn diese Punkte beachtet werden, sollte eine angenehme Fahrt mit dem Bürgerbus für alle Fahrgäste möglich sein.


Wissenswertes zum Thema Bürgerbus

Die Idee der Bürgerbusse entstand wohl in England und gelangte von dort in die Niederlande, wo sie 1977 realisiert wurde. In Deutschland fuhr dann am 4. März 1985 der erste Bürgerbus in der Gemeinde Heek/Legden in Nordrhein-Westfalen.

Schließlich kam es ab Mitte der 1990er Jahre in mehreren deutschen Städten und Gemeinden zur Gründung sogenannter Bürgerbusvereine. Mit ihren Angeboten sollten Lücken in den ÖPNV-Fahrplänen in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht geschlossen werden.
Auch in der Schweiz fahren inzwischen Bürgerbusse, die - als Ersatz für wenig genutzte Postautolinien - ländliche Regionen bedienen.

In Baden-Württemberg startete der erste Bürgerbus im Jahr 2003 in Salach, Landkreis Göppingen. Der zweite Bürgerbusverein des Landes konstituierte sich dann 2004 in Bad Krozingen.
Derzeit gibt es in Baden-Württemberg 68 Bürgerbusverkehre.
Im ganzen Bundesgebiet fahren heute Bürgerbusse in nahezu allen Flächenländern.
Die größte Anzahl von Bürgerbussen findet sich momentan in NRW, nämlich 133. Damit stellt NRW fast die Hälfte aller Bürgerbusse in Deutschland.

Im September 2014 wurde in Uhingen bei Göppingen der Dachverband der baden-württembergischen Bürgerbusvereine gegründet. Neben der Beratung der bestehenden Bürgerbus-Organisationen und der Unterstützung möglicher neuer Initiativen versteht sich dieser Verband auch als Interessenvertreter gegenüber der Politik. Näheres zum Landesverband der baden-württembergischen Bürgerbusvereine ist zu erfahren unter

http://www.pro-bürgerbus-bw.de...